Back
Experience Design Virtual Reality

Human Centered Storytelling

Scroll

»Human Centered Storytelling« ist eine Methodik, die im Rahmen einer Abschlussarbeit aufgestellt wurde. Es ist ein Handbuch entstanden, das Medienschaffenden den Einstieg in das Medium Virtual Reality erleichtern soll. Das entstandene Handbuch betrachtet die Themen Storytelling, Immersion und Virtual Reality sowie ihre Überschneidungen. Aus dieser Wissensbasis heraus entsteht eine Methodik, die Medienschaffende eine Sprache, eine Struktur und die Werkzeuge für das Inszenieren von Themen in VR an die Hand gibt.

Verantwortlich: Dominik Volz, Nicolai Hillius

Meine Rolle: User Research, Information Architecture, Konzeption & Entwicklung der Methode, User Experience Design & Videoschnitt, Character Creation, User Testing

Dieses Projekt ist im Rahmen der Bachelorarbeit im Sommersemester 2017 an der Hochschule Konstanz unter der Betreuung Prof. Jo Wickert und Prof. Andreas Bechtold entstanden. Das Projekt ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen bei den Autoren/der Hochschule

Methodik

Aufbauend auf den Grundlagen hilft »Human Centered Storytelling« nicht nur dabei, eine Thematik in die virtuelle Realität zu bringen, sondern bietet eine Struktur zur ganzheitlichen Konzeption des Produkts: Von Konzept über Kreation bis hin zu Implementierung. Dabei wird die VR-Umgebung methodisch in einen Gesamtkontext eingebettet: Es wird nicht nur auf die Gegebenheiten der virtuellen Welt Rücksicht genommen, sondern auch die Positionierung der Experience auf dem Markt bedacht.

Im Rahmen unserer Recherche haben wir mit vielen Experten aus verschiedenen Themenbereichen gesprochen. Für unser Experteninterview konnten wir Experten aus den Bereichen Medienwissenschaften, Soziologie, Interfacedesign, Theologie und Timebased Design gewinnen.

Crosscut Expertengespräch

Virtual Reality eignet sich perfekt für die Inszenierung von komplexe Themen. Die Räumlichkeit der virtuellen Umgebung bietet die besten Möglichkeiten, Zusammenhänge aufzuschlüsseln. Eine große Rolle spielt dabei eine sinnvolle Unterteilung der Inhalte. Zur Informationsarchitektur einer virtuellen Welt zählen darüber hinaus auch die Navigationswege und die gebrauchstaugliche Gestaltung des Zugangs zu den Informationen.

Vom Thema zur situativen Umgebung »Human Centered Storytelling« stellt nicht nur die Struktur für eine alleinstehende Experience, sondern bietet einen hierarchischen Einstieg in eine ganze Thematik. Der Nutzer dringt immer weiter im Thema vor und lernt dabei den Kontext der letztendlichen Information kennen – vom großen Ganzen bis ins Detail.

Experience

Um die Methodik unserer Bachelorthesis zu testen, sind wir an die Grenzen des ethisch Zumutbaren gegangen. Wir haben uns für das Thema »Krieg« entschieden und den Lernraum »Flüchtlingsboot“ umgesetzt.

Nachrichten werden oft oberflächlich behandelt und verschwinden schnell von der Medienbühne. Stattdessen werden wir reichlich von neuen Informationen überflutet. Dadurch können äußerst selten Ereignisse in uns Emotionen auslösen. Virtual Reality ist in der Lage, Missstände in unserer Gesellschaft zu lösen, indem es Menschen das Schicksal anderer Menschen erleben lässt. Anhand unserer aufgestellten Methodik, wollten wir ausloten, ob und wie ein derart emotionales Themengebiet in VR behandelt werden kann. Auf der Werkschau im Sommer 2017 der Studiengänge Kommunikationsdesign wurde die Experience erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Zwischensequenz

Die Zwischensequenz zum Lernraum stellt den emotionalen Einstieg in den Lernraum dar. In unserem Beispiel hat der Nutzer sich für den situativen Lernraum »Flüchtlingsboot« entschieden. In der Zwischensequenz werden acht um den Nutzer platzierte Displays bespielt. Die lineare Sequenz steigert die Geschwindigkeit im Wechsel der Displays, also im Schnitt. Die Displays werden mit Szenen der Situation Bootsüberfahrt bespielt. Wir verzichten dabei bewusst auf dehumanisierende Szenen und versuchen, über den Bezug zu den gezeigten Personen eine Relevanz für die folgenden Informationen zu schaffen.

Lernraum

Im Lernraum selbst befindet sich der Nutzer auf einem Flüchtlingsboot. Simuliert wird eine nächtliche Überfahrt. Die Wellenbewegungen des Wassers lassen das Boot auf der Oberfläche hin- und herschwanken. Während Meer, Himmel und Boot real dargestellt werden, sind die Flüchtlinge auf dem Boot stilisiert, monochrom schwarz.

Nach einer kurzen Phase der Orientierung erscheinen Informationen zu Fluchtrouten. Sie laufen über Zeit durch und geben dem Nutzer Informationen von außen. Anschließend aktiviert sich die Interaktion: Der Nutzer kann durch fokussieren verschiedene Flüchtlingsgruppen auf dem Boot highlighten. Wählt er beispielsweise ein Kind aus, werden alle anderen Kinder hervorgehoben. So bekommt der Nutzer ein Gefühl für die Verhältnisse innerhalb der Menschenmenge. Gleichzeitig erscheinen am Horizont Fakten zur ausgewählten Gruppe.

Experience: Refugee boat

User Interaktion

Let’s talk

Get in touch with me

Stehen Sie vor einer Herausforderung, haben Sie eine coole Idee oder sogar schon ein grobes Konzept? Mit Erfahrung und Enthusiasmus schaffen wir gemeinsam ein gutes und zielführendes Ergebnis. Wenn Sie eine für mich haben, schreiben Sie mir einfach an:

hey@nicolai-hillius.com

LinkedIn    Xing   Vimeo